Thermal Runaway – das größte Sicherheitsrisiko
Thermal Runaway (thermisches Durchgehen) ist eine unkontrollierte, selbstverstärkende Überhitzungsreaktion in Batteriezellen. Wenn eine Zelle über ihre thermische Stabilitätsgrenze hinaus erhitzt wird, setzt sie Energie frei, die weitere Erhitzung verursacht – ein sich selbst beschleunigender Prozess, der ohne ausreichende Schutzmaßnahmen auf benachbarte Zellen übergreift und zu Brand oder Explosion führen kann.
Auslöseursachen
- Mechanisch: Durchdringung, Deformation durch äußere Einwirkung
- Elektrisch: Überladung, Kurzschluss (intern oder extern), Tiefentladung
- Thermisch: Überhitzung durch externe Wärmequelle oder Kühlungsausfall
- Herstellungsdefekte: Verunreinigungen, Dendritenbildung
LFP vs. NMC – Unterschiede beim Thermal Runaway
LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat) haben eine deutlich höhere thermische Stabilität als NMC- oder NCA-Zellen. Die für ein Thermal Runaway erforderliche Energie ist bei LFP erheblich höher – das macht LFP zur bevorzugten Technologie für stationäre Batteriekraftwerke. Ein Thermal Runaway ist bei LFP jedoch nicht ausgeschlossen.
Schutzkonzepte
Mehrstufige Schutzkonzepte reduzieren das Risiko und begrenzen die Auswirkungen: Zellebenes BMS, Gasdetektion (H₂, CO), automatische Brandlöschanlage, Notabschaltung, feuerbeständige Containerabschottungen und Mindestabstände zwischen Containern.
Gutachten nach Thermal-Runaway-Ereignis
Nach einem Thermal-Runaway-Ereignis ist eine professionelle Schadensanalyse unerlässlich: Was hat das Ereignis ausgelöst? Welche Komponenten sind betroffen? Ist der Rest der Anlage noch sicher? Wir sichern Beweise, analysieren Ursachen und erstellen das Gutachten für Versicherung und Gewährleistung. Mehr: Schadensgutachten.
Weiterführende Informationen und persönliche Beratung
Für Gutachtenanfragen, individuelle Fragen und weiterführende Informationen wenden Sie sich direkt an Solartechnik Bayern – Ihren zertifizierten Sachverständigen und Gutachter für Batteriespeichersysteme.